Flatterulme, Ulmus laevis Baum des Jahres 2019

Foto: Annegret Wienbrack

Das Klima verändert sich, schon jetzt, nicht erst in ferner Zukunft! Acht der neun wärmsten Jahre seit Beginn der weltweiten systematischen Wetteraufzeichnungen um 1880 liegen in dem Zeitraum zwischen 2000 und heute!

Tropische Mücken werden in Deutschland heimisch und gelten als Überträger gefährlicher Krankheiten. Bäume werden von Schädlingen befallen und sterben ab, weil sie durch lange Trockenheitsperioden geschwächt sind. Biologen suchen Baumarten, von denen sie hoffen, dass sie der Klimaerwärmung gewachsen sind.

Bei den Ulmen hat ein Ulmensterben eingesetzt, das durch Pilzbefall hervorgerufen wird, und die Flatterulme wurde zum Baum des Jahres 2019 gewählt, weil man von dieser Art hofft, dass sie resistenter gegen die Ulmenkrankheit ist.

Die Anwohner des Gänsehügels haben sich eine Beschattung ihres Spielplatzes gewünscht und das hat die Lotteraner Grünen bewogen, genau diesen Baum, die Flatterulme, zu stiften. Die Ulme kann hunderte Jahre alt werden und sie spendet nicht nur Schatten und Kühle, wie jeder andere Großbaum auch produziert sie Sauerstoff und bindet CO² und ist Lebensraum für andere Pflanzen und Tiere.

Insekten finden ihre Nahrung nicht nur auf Blühwiesen, auch Bäume werden während der Blütezeit von ihnen besucht. Vögel und Eichhörnchen finden dort Nistplätze und Nahrung, die knorrige Rinde der Flatterulme bietet Kleinlebewesen, Moosen und Flechten eine Heimat. Das Herbstlaub wird von vielen Bodenbewohnern zersetzt und bildet Humus.

Die Grünen erhoffen sich Freude der Anwohner an einem großen Schattenspender und sehen die Pflanzung dieses Baumes auch als Symbol für einen europaweiten Kampf gegen die Gefahren der Klimaerwärmung. Ein Land allein kann gegen die weltweiten Gefahren der Klimaerwärmung nicht agieren, wir brauchen europaweite und internationale Vorgehensweisen. Auch das ist ein Grund für übernationale Zusammenschlüsse wie die EU und die UN.

So schön kann unsere Ulme werden! Nur schade, dass wir darauf noch ein paar hundert Jahre warten müssen.

Ihr Alter schätzen Baumexperten auf 300 bis 400 Jahre. Wer selbst einmal vor dieser ungewöhnlich alten Flatterulme steht, wird denken, sie stamme aus einer längst vergessenen, mystischen Zeit. Der Umfang des Stammes liegt bei knapp über sieben Metern. Nur wenige dickere Ulmen sind in Deutschland bekannt. Auch diese Bäume sind Flatterulmen. Eine der letzten markanten, ähnlich mächtigen Bergulmen ist 2015 in Ilmenau unter den Folgen eines schweren Unwetters auseinander gebrochen.

Ulmensterben

Das Ulmensterben ist eine Krankheit, die sich seit den 1970er Jahren in Deutschland ausbreitet. Auslöser ist der Schlauchpilz Ophiostoma novo-ulmi. Betroffene Ulmen verenden nach einem Befall innerhalb kurzer Zeit. Schätzungsweise 70 bis 90 Prozent aller Ulmen sind seitdem abgestorben.

 

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