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Wer spielt hier foul?
Sportfreunde-Stadion – Chronik eines Skandals

Für Leute ohne Vorkenntnisse: Große Teile des Eingangsbereiches des Lotter Stadions waren lediglich gepachtet, bei den Verhandlungen um die Verlängerung des Pachtvertrages versuchte der neue Besitzer seine Machtposition auszunutzen und verlangte Baulandpreise. Das lehnte der Rat ab. Die Folge war, dass die Zugängigkeit des Stadions erheblich eingeschränkt war.

Gegen die Stimme des Grünen –Vertreters bewilligte der Haupt- und Finanzausschuss im November 2013 50 000€ für eine neue Zufahrt und Parkplätze für Sicherheitskräfte. Wir haben dagegen gestimmt, weil wir nach wie vor der Auffassung sind, dass vorher geklärt werden muss, ob es Kommunen überhaupt erlaubt ist, Profifußball in dieser Form zu unterstützen.

In der Ausschussvorlage wurde der Termindruck bei den Arbeiten mit den sog. „Risikospielen“ im März 2014 begründet. Ohne diesen Termindruck wäre für die Zuwegung des Stadions kein Geld ausgegeben worden und die Wege zum Stadion wären noch immer so wie vor einem Jahr. Zwei Monate nach den wichtigen Märzterminen, eine Woche vor der Kommunalwahl erfuhren lediglich die Fraktionssprecher in der interfraktionellen „Kungelrunde“ im Mai, dass die bewilligten Kosten in Höhe von 50 000€ um 72 000€ überschritten wurden, also eine Kostensteigerung in Höhe von 244%.

Für unsere Fraktion war klar, hier hat der Bürgermeister seine Kompetenzen bei weitem überschritten. Er hat eigenmächtig Bauleistungen für insgesamt fast 130.000€ in Auftrag gegeben und die politischen Gremien vor vollendeten Tatsachen gestellt. Die Zuständigkeitsordnung der Gemeinde Lotte regelt, das der Bürgermeister Aufträge bis 30.000€ erteilen darf!

Am 11.09.2014 erfuhren dies nun auch alle Ratsmitglieder in der Vorlage für den nichtöffentlichen Teil des Haupt- und Finanzausschusses. Darüber hinaus wurde bekannt, dass einige nicht sicherheitsrelevante Aufträge, die vom Rat nicht bewilligt worden waren, mit zu der immensen Kostensteigerung beitrugen.

Der Bürgermeister hat die Öffentlichkeit bis heute noch nicht über diesen Vorgang informiert. In der Ratssitzung am 11.Dezember wurde von uns im Rahmen unserer Haushaltsrede dieses Thema aufgegriffen. Herr Franke sagte: Die Sportfreunde Lotte haben Anfang dieses Jahres eine neue Zuwegung zum Stadion bekommen. Der Rat hat dafür 50.000€ zur Verfügung gestellt. Wir haben dagegen gestimmt, weil wir der Meinung sind, dass die Gemeinde nicht finanzielle Mittel für den Profifußball zur Verfügung stellen darf. Die Baumaßnahmen waren im Feb./März abgeschlossen. Die tatsächlichen Kosten beliefen sich aber auf ca. 130.000€. Das ist das Zweieinhalbfache der ursprünglich bewilligten Kosten. Im September hat der Bürgermeister in einer nichtöffentlichen Sitzung den Rat über diese enorme Haushaltsüberschreitung informiert. Wie man auch immer zu der Frage der Zustimmung oder Ablehnung dieser Maßnahme steht, die Öffentlichkeit, die Lotter Bürger und Bürgerinnen, ist bis heute noch nicht über diese eklatanten Haushaltsüberschreitungen informiert worden. Auch dafür ist der Bürgermeister zuständig, wir sind der Meinung, er ist es den Bürgern und Bürgerinnen von Lotte schuldig, sie anständig zu informieren.

Im Kiepenkerl vom 13.12.2014 behauptet die NOZ, dass der oben von Herrn Franke dargestellte Sachverhalt nicht stimmen würde, „ein grobes Foul“ der Grünen sei und die Zufahrt auch für den Schützenverein und den TuS unbedingt notwendig gewesen sei, beseitigt wurde und ersetzt werden musste.

Die absurde Behauptung, dass die Baumaßnahme auch für den Schützenverein durchgeführt werden musste, ist für jeden eindeutig falsch, der die Örtlichkeit kennt. Der TuS konnte die Tennisplätze immer schon über den Kornweg erreichen.

Fazit: Ein Ausbau der Zuwegung wurde in erster Linie für die Rettungs- und Sicherheitskräfte und zweitens für das Publikum bei Risikospielen mit bis zu 5000 Zuschauern notwendig, nicht für den TuS und den Schützenverein!

Wer spielt hier foul? Der Bürgermeister? Die NOZ? …………………….