Januar 2020 – Antrag Seniorenwohnen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

der Rat der Gemeinde Lotte bzw. der zuständige Fachausschuss möge beschließen:

  1. alle über 60jährigen im Bereich Wersen, Büren und Halen noch in diesem Jahr anschreibt, um den jetzigen und evtl. späteren Bedarf an a)seniorengerechten Eigentumswohnungen, b)seniorengerechten sozialen Mietwohnungen, c) seniorengerechten Wohnungen ohne Mietpreisbindung, d) Seniorenheimplätzen, e) Seniorenwohngemeinschaften, f) Mehrgenerationenhäuser und g) betreutes Wohnen, h) Tagespflege zu erkunden, um leichter Fördermittel zu akquirieren. (MP V Senioren, B3 MP bedeutet Masterplan Lotte mit entsprechenden Abschnittangaben)
  2. mit dem Investor des Seniorendorfes verhandelt, ob die Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft Lotte evtl. in die Verträge zum 3. Bauabschnitt des Seniorendorfes Wersen einsteigen kann. (MP V Senioren, B 4 u.5)
  3. sich alternativ oder zusätzlich um zentrale Grundstücke in allen Ortsteilen (je nach erfragtem Bedarf) für oben genannte Zwecke bemüht. (MP V Senioren, B 4 u.5)
  4. bei Wohnungsbaugenossenschaften in Ibbenbüren, Lengerich , Rheine, in Osnabrück beim Stephanswerk, der Wohnungsbaugenossenschaft Osnabrück eG. und dem Heimstättenverein (HVO) (haben Erfahrung mit betreutem Wohnen im Alter in Genossenschaftsform) erfragen, ob ein Interesse an einer Beteiligung an Bauprojekten besteht. Einladung zu einer Vorstellung im Rat (hat die SPD schon vor gefühlten 5 Jahren gefordert) (MP V Senioren, B 4 u.5.)
  5. alternativ Hilfestellung gibt zu der Gründung einer Bürgerwohnungsbaugenossenschaft (Modell Riedlingen http://wohnen60plus.de/wp-content/uploads/2015/11/Riedlingen.pdf)
  6. ein Konzept für seniorengerechtes Wohnen und Leben auf der Grundlage der Befragung entwickelt und dies mit Hilfe der vorgeschlagenen Institutionen realisiert. (MP V Senioren, B3 „ein ortsteilspezifischen Seniorenwohnkonzept erstellen“)
  7. Betreiber sucht, die bereit sind, eine Tagespflege im Rahmen dieses Konzeptes und unter dem Dach des zu planenden Gebäudes zu betreiben. (MP V Senioren, B 4 u. 5)

Begründung:

Zu 1. Ca. ein Viertel der Lotter Bevölkerung ist bereits jetzt oder wird in den nächsten Jahren über 60 Jahre alt sein, mit steigender Tendenz,  und fast alle werden irgendwann Hilfe brauchen. Dafür muss die Gemeinde vorsorgen und sollte den Wohnungsbedarf mit Hilfe einer Befragung erkunden. Es ist absehbar, dass das Seniorenheim in Altlotte mit angeschlossenem betreutem Wohnen diesen Bedarf irgendwann nicht mehr decken kann. Es ist auch wegen der fehlenden ÖPNV – Verbindungen zwischen Lotte und den nördlichen Ortsteilen für viele Senioren aus diesem Bereich nicht vorteilhaft, jeder möchte eher in seinem Ortsteil versorgt werden, um seine Kontakte nicht zu verlieren. Daher sollte eine Befragung laufen, auf deren Basis geplant und Fördermittel erfolgreicher beantragt werden können. Da viele den Umzug in ein Seniorenheim o.ä. für sich zunächst ausschließen, sollten die Fragen immer in zweifacher Form gestellt werden. Welche Alternative kann ich mir zurzeit vorstellen und welche, wenn ich absolut nicht mehr ohne Unterstützung leben kann. Dadurch kann der kurz- und langfristige Bedarf besser abgeschätzt werden.

Zu 2. Der Ausbau des Seniorendorfes in Wersen stockt, weil es offensichtlich nicht genügend Senioren gibt, die sich eine Eigentumswohnung oder die Miete in einem solchen Objekt leisten können. Deshalb sollte die Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft hier versuchen, das Projekt voranzutreiben auch für minderbemittelte Senioren, auch für Seniorenmieter im Segment des sozialen oder frei finanzierten Wohnungsbaus.

Zu 3. Wenn ein Einsteigen der Gemeinde in den Erbpachtvertrag mit der ev. Kirche nicht möglich sein sollte, muss die GEG sich nach anderen zentrumsnahen Grundstücken in allen Ortsteilen umsehen und diese in das Vorhaben evtl. auch mit niedrigerem Weiterverkaufpreis einbringen.

zu 4. Wegen der fehlenden Erfahrung und Personalressourcen  der GEG in dieser Angelegenheit sollte die GEG sich möglichst einen kompetenten Partner suchen, um eine Wohnanlage mit wahlweise betreute Wohnungen, Senioren-WGs oder ein weiteres Heim, evtl. mit angeschlossener Tagespflege oder ein Mehrgenerationenhaus zu bauen.

zu 5. Alternativ könnte auch in Lotte eine Bürgerwohnbaugenossenschaft von der Gemeinde initiiert werden. Hier einige Stichpunkte zu diesem Thema von der Riedlinger Homepage:

Beispiel einer bürgerschaftlichen Baugenossenschaft in Riedlingen (Ort in BW mit 2000EW)

Hier einige Stichpunkte dazu:

– Bauprojekt 18 barrierefreie Wohnungen

– Finanzierungsvolumen 3.4 Mio €uro

– Idee: Jeder Einwohner zeichnet 1 bis 2 Genossenschaftsanteile

– Überschaubare Genossenschaftsanteile

– 1 Genossenschaftsanteil = 300 €

– 2 % Dividende je Genossenschaftsanteil, sichere und rentierliche Anlageform

– dadurch bei Baubeginn 800.000 € als vorhandenes Eigenkapital

– Spatenstich war am 10. September 2015, das Haus ist fertiggestellt,

– eine Demenz-Tagespflege ist integriert.

Mit freundlichen Grüßen

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