Eine Seniorengenossenschaft – Wäre das nicht auch etwas für Lotte? Und für mich?

http://www.martin-riedlingen.de/sgimages/logobuer.gifProjekt: Gründung einer Genossenschaft, in die Senioren, aber auch jüngere Menschen ihre jeweiligen speziellen Fähigkeiten einbringen, um anderen – vorrangig Senioren – zu helfen, die diese Fähigkeiten benötigen. Dies geschieht ehrenamtlich, gegen einen geringen Stundenlohn oder in Form von Bonuspunkten, die man wieder abrufen kann, wenn man selbst Hilfe benötigt. Es ist auch möglich, Bonuspunkte anzusparen, die erst Jahre später abgerufen werden, wenn man selbst zu gebrechlich ist, um noch nachbarschaftliche Hilfe zu leisten, aber gern welche in Anspruch nehmen würde. Beispiele für solche ehrenamtlichen Dienstleistungen, die viertelstündlich mit jeweils einem Bonuspunkt abgerechnet würden:

Gartenarbeit, Rasen mähen, Reparatur einer Lampe, eines Rasenmähers, einer Waschmaschine ….; Schnee fegen, Fahrt zum Arzt, zum Einkaufen,…, Organisation einer Geburtstagsfeier, Bedienen bei einem Familienfest, Backen eines Kuchens, Babysitting bei einer jungen Familie, mit einem Rollstuhlfahrer spazieren gehen oder einen mehrstündigen Ausflug unternehmen, Wäsche bügeln, Fenster putzen, Obst ernten und einkochen, Straße fegen, Hilfe bei Rentenanträgen, Behördengängen….., Essen auf Rädern ausfahren, …. und anderes

Organisatorische Voraussetzungen

Zunächst muss zentral eine Kartei der möglichen ehrenamtlichen Senioren (oder auch jüngerer Menschen) mit Adresse und Telefon erstellt werden, in der ihre jeweiligen Fähigkeiten aufgelistet sind, die zuvor per Fragebogen erfasst wurden.

Benötigt wird eine Koordinationsstelle, die z.B. täglich von 9.00 – 10.00Uhr telefonisch Dienstleistungs­wünsche entgegennimmt, in der Kartei nachsieht, welche „Dienstleister“ eine entsprechende Qualifikation haben und entfernungsmäßig passen. Ein Termin muss dann mit Anbieter und Hilsbedürftigem telefonisch vereinbart werden.

Danach muss in der Telefonzentrale eine Abrechnung erfolgen, wobei der ehrenamtliche Dienstleister entweder Bonuspunkte gutgeschrieben bekommt und der Nachfrager welche abgibt oder der Anbieter erhält eine festgesetzte direkte Entlohnung, die für alle Tätigkeiten gleich ist und z. B. 1,50 bis 3,00 € pro Viertelstunde beträgt.*

*Betrag muss von einer Vollversammlung der Seniorengenossen bestimmt werden, evtl. müssen z.B. 10-15 % für die zentrale Koordinationsstelle einbehalten werden, wenn diese Stelle nicht durch Sponsoren­gelder/Unterstützung durch die Kommune/Mitgliedsbeiträge u.ä. finanziert werden kann.

Zu einem späteren Zeitpunkt – in einem Monat oder vielleicht auch erst in zehn Jahren – kann der Dienstleister seine angesammelten Bonuspunkte in Anspruch nehmen oder er muss genauso bezahlen wie andere Hilfsbedürftige, wenn er seine Punkte aufgebraucht hat. Stirbt jemand, bevor er seine Bonuspunkte verbraucht hat, so kommen diese mittellosen Personen zugute oder dem überlebenden Ehepartner.

Begründung für dieses Projekt

In Lotte sind gegenwärtig ca. 3400 Einwohner von ungefähr 14 250 über 60 Jahre alt, also ca. 24 %. Dieser Anteil wird in den nächsten Jahrzehnten noch deutlich zunehmen. Frauen sind dabei aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung überrepräsentiert ( zurzeit 1862 zu 1532 in Lotte) und oft haben gerade sie eine niedrige Rente, sind in handwerklichen Dingen ungeübt und müssen jeden Handgriff teuer bezahlen

Die Kosten für die Betreuung von Senioren in speziellen Seniorenheimen sind enorm (pro Monat 3000€ + X) und müssen von dem immer kleiner werdenden Anteil der Bevölkerung, der in die Renten-, Pflege- und Krankenversicherung einbezahlt, aufgebracht werden.

Zudem wollen alte Menschen überwiegend diese Art der Betreuung in Seniorenheimen nicht. Es ist daher wünschenswert, dass alte Menschen, so lange es irgendwie möglich ist, in ihrer vertrauten Umgebung verbleiben. Dazu sind mobile Pflegedienste, Essen auf Rädern und ähnliche Einrichtungen wichtig, aber oft nicht allein ausreichend. Ehrenamtliches Engagement auf Gegenseitigkeit kann daher die bestehende Betreuungslücke evtl. füllen.

Ältere Senioren haben zunehmend Probleme, sich selbst zu versorgen. Dies gilt insbesondere für alleinstehende Frauen, die oft ihren Ehepartner bis zum Tod gepflegt haben und danach mit ihrer Witwenrente nicht mehr auskommen. Sie müssen ins Seniorenheim, obwohl sie mit wenigen unterstützenden Maßnahmen ihre Selbständigkeit behalten könnten und nicht auf demütigende Sozialhilfe angewiesen wären.

Jüngere Rentner und Pensionäre sind oft noch in der Lage, sich ehrenamtlich zu engagieren und entsprechende Dienstleistungen zu erbringen. Viele würden sich auch über einen kleinen Nebenverdienst freuen, um ihre Rente aufzubessern, die absehbar immer stärker sinken wird. Andere möchten nur gern die Leere füllen, die plötzlich nach der Verrentung entstanden ist und wären deshalb zu ehrenamtlichem Engagement bereit.

Hier könnte die Seniorengenossenschaft die Interessen beider Gruppen – hilfsbedürftige SeniorInnen und noch rüstige RentnerInnen – zusammenführen und beiden Gruppen nützen.

Zusammengefasst hier noch einmal folgende Vorteile dieses Modells

– günstige Dienstleistungen für Senioren und andere Menschen mit wenig Geld

– Entlastung pflegender Angehöriger

– Vermeidung von frühzeitiger Einweisung gebrechlicher Personen in ein Seniorenheim

– Sinnvolle ehrenamtliche Beschäftigung für rüstige Rentner und Pensionäre

– Möglichkeit eines bescheidenen Zuverdienstes für Rentner mit niedriger Rente

– Sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Rentner und Pensionäre, die bald nach der Verrentung / Pensionierung nicht mehr wissen , was sie machen sollen

– Erarbeitung eines Anrechts auf Dienstleistungen durch das Bonussystem

– Entstehung sozialer Kontakte, gegen die Vereinsamung im Alter

– Lotte, ein Ort mit einer tragfähigen Gemeinschaft, da lässt’s sich leben!

Wie kann man dieses Projekt angehen?

Zunächst müsste eine solche gemeinnützige Genossenschaft gegründet werden, in der jeder Mitglied wird, der Dienste leisten oder in Anspruch nehmen möchte. Dafür braucht man sicherlich anwaltliche und betriebswirtschaftliche Beratung, eine Satzung, eine Anerkennung vom Finanzamt wegen der Gemein­nützigkeit, ein Treuhandkonto, über das Vorstandsmitglieder nur gemeinsam verfügen können, ein Kontakttelefon, eine Kartei der Helfer und ihrer jeweiligen Fähigkeiten und vieles mehr.

Das kostet natürlich Geld und das müsste durch Mitgliedsbeiträge, Sponsorengelder, Unterstützung durch die politische Gemeinde ….. aufgebracht werden.

Eine finanzielle Unterstützung wäre besonders in der Anfangsphase wünschenswert, um das Projekt bekannt zu machen, Werbung dafür zu betreiben, Fragebögen mit Adresse und Fähigkeiten aller Helfer auszuwerten, die umfangreiche Kartei anzulegen, Telefonanschluss, Büro evtl. im Rathaus (?), Computer. Versicherungen müssten abgeschlossen werden, z. B. weil bei einem Transport ein Unfall geschehen könnte.

Später wären Gelder nötig für das Management dieses Projektes, es kann sicherlich nicht einem einzigen Ehrenamtlichen die gesamte Organisation der Hilfsdienste aufgebürdet werden. Telefon- und Benzinkosten entstehen, vielleicht müssen pauschale Steuern abgeführt werden.

Wenn oft Fahrdienste in Anspruch genommen werden, wäre die Anschaffung eines rollstuhlgeeigneten Fahrzeuges wünschenswert.

Es wäre schön, wenn Sie sich auch für dieses Projekt begeistern könnten und bereit wären, Mitglied der Seniorengenossenschaft zu werden. Wenn Sie eine verbindliche Zusage unterzeichnen würden, dass Sie in die Seniorengenossenschaft eintreten werden, wenn 99 weitere Personen dies auch tun und dann zu einem Jahresbeitrag von z.B.30 €* (Ehepaare 40 €*, Mehrgenerationenfamilie 50 €*) bereit wären, das würde schon sehr helfen, diese Genossenschaft zu gründen.

*Die tatsächliche Höhe des Betrages muss die Gründungsversammlung der Seniorengenossenschaft durch Abstimmung beschließen.

Vorbild

Die Idee einer Seniorengenossenschaft ist nicht aus dem blauen Dunst heraus entstanden. Es gibt schon Vorbilder dafür.

In der Gemeinde Riedlingen in Baden-Würtemberg existiert solch eine Seniorengenossenschaft bereits seit 1990. Sie hat in einer Stadt von 10 000 Einwohnern (weniger als Lotte) 600 Mitglieder, davon 114 aktive Helfer. Nachzulesen unter der Internetadresse:

http://www.martin-riedlingen.de/senioren/seniorenhomepage.htm

Verbindliche Zusage:

Hiermit erkläre ich mich, / wir uns ______________________________________________ (Name/n)

wohnhaft in _________________________, __________________________, Tel. ________________      E-mail ___________________verbindlich bereit, Mitglied der zu gründenden Lotter Seniorengenossen­schaft zu werden, sofern sich 99 weitere Personen/ Ehepaare/Mehrgenerationenfamilien finden, die ebenfalls diese verbindliche Erklärung unterzeichnen.

Mir / uns ist bewusst, dass ein Jahresmitgliedsbeitrag zwischen 30 und 50 € fällig wird, je nach Beschluss der Gründungsversammlung. Bitte eine der drei Möglichkeiten ankreuzen:

1. Ich / wir möchte /n vor allem Dienste der Seniorengenossenschaft in Anspruch nehmen _______

2. Ich / wir möchte /n vor allem Dienste leisten _____________

Folgende Dienstleistungen kann ich / können wir anbieten: _____________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

3.- Für mich / uns gilt beides: Dienste beanspruchen und Dienste leisten (siehe oben)

_______________________________________________________________________________________

Verbindliche Unterschriften einer oder mehrerer Personen (Einzelperson, Ehepaar, Mehrgenerationenfamilienmitglieder)

Bitte das ausgefüllte und unterschriebene Einwilligungsschreiben senden an:

Friedel Glüder

Schulstr. 2, 49504 Lotte,

Bei Nachfragen: Tel 0541/125622 oder gluederf@arcor.de

Die Angaben zu Ihrer Person dienen ausschließlich den Zwecken einer zu gründenden Genossenschaft und werden nicht an andere weitergegeben.

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